Galu kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus
Alles weitere war wie ein Traum für Galu. Er konnte nicht bemerken, wie Mozzel langsam verschwand. Aber er hatte noch seine Worte vernommen, bevor sie in der Ferne verhallten. Nun sah er, wie sich dieses Wesen, dass er noch vorhin für einen ganz normalen Wegweiser gehalten hatte, erneut veränderte. Es wuchs und wuchs. Es bekam ein Gesicht, eine riesige Nase. Richtige Arme und Beine. Aber nicht ganz normale Glau-Beine, sondern riesige Beine mit riesigen Füßen und riesigen Zehen. Das alles geschah aber in völliger Stille.
Galu starrte auf die sich vor seinen Augen vollziehende Verwandlung. Es sah nun so aus, als ob sich auf der Haut des gerade entstandenen Wesens kleine Blütenknospen bilden wollten. Es kamen aber keine Blüten. Sie wurden zu Steinen. Immer mehr dieser Steine verteilten sich auf dem Körper, schließlich verschmolzen sie zu einer silbergrauen Masse, die sich um alle Glieder des riesigen Körpers schloss. Das Gesicht wurde zu Stein, die Arme, die Beine. Auch die Füße. Lediglich eine Hand blieb frei. Hätte Galu etwas mit dem Wort Statue anfangen können, er hätte sagen können, dass er nun wisse wie eine aussieht.
Noch immer war es fast ganz still. Selbst das Meeresrauschen im Hintergrund ließ nach. Galu saß da und wartete darauf, dass sich noch eine weitere Verwandlung vollziehen würde, aber es passierte nichts. Nichts als ein leises, aber gut vernehmliches Klappern. Galu stand auf schlich um die Statue herum, ging weg von ihr, ging wieder näher. Sie war bald viermal so groß wie er selbst. Und immer war dieses Klappern da, mal leise, mal laut. Galu entdeckte schließlich woher es kam. Die Hand, die frei geblieben war von steinernem Überzug schien zu zittern. Ja – es war klar. Dieser mächtige Koloss fror.
Ohne zu überlegen, dass der Glau sich selbst wunderte, wie das so schnell ging, warf Galu die Strickleiter in die Höhe. Sie verfing sich gleich beim ersten Wurf am Arm der Figur, und er konnte mühelos hinaufklettern. Dort kroch er bis zum Ende des Arms und stülpte einen seiner Handschuh über die bloß liegende Hand. Es machte „klack“.
Galu kletterte hinab und sah sich sein Werk an. Ein wenig komisch sah es schon aus. Denn sein Handschuh war etwas klein für die große Riesenhand. Wie er so schaute, sah er plötzlich, wie sich die andere Hand zu ihm herunter senkte.
Kurz vor ihm hielt sie inne, öffnete sich und ließ einen Brief in Galus Arme fallen.
