Cookie-Richtlinie Datenschutzerklärung 10. Dezember

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10. Dezember

Galu trifft eine weitere höchst merkwürdige Gestalt 

Hast du das gehört, Mozzel?“

Aber ja, das ist das Rauschen des Meeres. Das sagte ich dir doch schon.“

Nein, nein. Diese Stimme. Wahr ist nur die Grenze. Nutze sie! Mozzel, hier ist noch jemand.“

Galu, Galu. Du machst mir Sorgen. Hier ist weit und breit keine Glau-Seele. Und Splukusse kommen nur hierher, wenn sie einen Auftrag haben. Und von der Sorte gibt es – nur mich.“

Galu fragte sich, ob er sich getäuscht hatte. Wahrscheinlich hatte er es. Denn auf Mozzel war bisher immer Verlass gewesen. Er hatte ihn bis nach Greb geführt. Er hatte ihm die Möglichkeit gegeben, die Grenzen von Klimanien zu sehen. Warum sollten also jetzt ausgerechnet Mozzels scharfe Sinne versagen. Es war also niemand da. Außer Galu und Mozzel.

Sie gingen weiter, bis sich vor Mozzel und Galu die Grenze teilte. Sie lief einfach auseinander. Am Fuße von Greb fanden die beiden ein Hinweisschild. Auf dem folgende Worte zu lesen waren:

Lieber Wanderer.

Wo faulige Blätter vertrocknen ist der schmale Pfad deiner Grenze. Vor dir verdampft deine Herkunft wie Eis. Das vor Hunger geplatzte Ziel stärkt dir den Rücken. Zu Staub zerfallene Keime der Zeit bedecken dich mit Dimensionen. Wahr ist nur die Grenze. Nutze sie!“

Jetzt war es um Galu geschehen. „Mozzel: Hier stehen genau dieselben Worte, die ich vorhin gehört habe. „Wahr ist nur die Grenze. Oh je, oh je. Ich armer Glau. Meine Sinne werden grau. Und mein Magen ist, wenn ich es mir genau überlege noch immer flau. Mozzel. Hilf mir.“

Ich weiß gar nicht, was du hast. Galu, reiß dich zusammen. Dies ist ein ganz normales Hinweisschild.“

Galu musste einsehen, dass er von Halluzinationen geplagt wurde, als sich das Hinweisschild langsam umdrehte, seine Arme ausbreitete und sagte:

Willkommen Galu. Ich habe lange auf dich gewartet. Wie ich sehe. Hast du einen Freund mitgebracht. Er wird dir leider, leider nun nicht mehr helfen können. Du wirst ihn hier zurücklassen müssen, genau wie dich vor siebenundfünfzig Jahren deine Großmutter hier zurückgelassen hat.“

Galu musste sich setzen. „Meine Großmutter? Welche Großmutter. Was ist eine Großmutter?“

Mozzel blickte mitleidig auf seinen großen Freund. „Galu,“ sagte er, „fehlt dir etwas?“

Mir fehlt nichts. Nein, nein. Es ist nur, dass ich bisher nicht wusste, dass Schilder sprechen können. Ich wusste ja bisher nicht einmal, dass es überhaupt Schilder gibt. Ach du großer Glau, sieht der komisch aus.“

Dann fing das Schild erneut an zu sprechen:

Lieber Galu. Du brauchst dich nicht zu fürchten. Mozzel kann mich nicht sehen. Wie sollte er auch. Ich wurde ja speziell für dich hier aufgestellt. Du hast nun zwei Möglichkeiten, wie es dir dein netter, kleiner Freund schon sagte: Wendest du dich nach links, gelangst du in die sebablischen Sümpfe des großen und gewaltigen Landes Menschanien. Wendest du dich nach rechts, wirst du die luftigen Wälder Besorams erreichen. Was willst du tun?“

Jetzt wird es also Ernst,“ dachte Galu.

Ich will nach, ich will nach… Mozzel! Mozzel! Was soll ich ihm sagen?“

Ach, du je“ sagte da der kleine Splukus. „Wir sind also schon da? Bist du sicher, dass du mit jemandem sprichst? Dann geht wohl hier mein Auftrag zu Ende. Ich muss dich nun verlassen. Und du musst dich entscheiden. Denk an mich, aber denk vor allem an die Handschuhe und die Strickleiter!“

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Gedanken sind wie zügellose Pferde