Cookie-Richtlinie Datenschutzerklärung 13. Dezember

Texte

13. Dezember

Galu erhält einen Wink mit der Strickleiter

 

Galu fühlte sich leer. Die reise bis Greb war trotz der lustigen Begleitung doch ein wenig anstrengend gewesen. Außerdem hatte er an einem Tag so viele neue Dinge erfahren, die ihm den Kopf gehörig durcheinander wirbelten und er glaubte, er würde niemals die Reise ins Land der Menschen alleine zu Ende bringen. Doch wie es aussah, rechneten alle mit ihm. Vielleicht, so dachte er, würde es sich ja lohnen, und vielleicht sind es die Menschen ja auch wert, dass man ihnen hilft.

Er überlegte. Er war gespannt darauf seine Großmutter zu sehen. Doch wo sollte er sie nun suchen? Lebte sie überhaupt noch, nach so langer Zeit?Was hatte das Schild vor der Verwandlung gesagt? Entweder Sumpf oder luftige Wälder. Galu erschien es sehr verlockend, in die luftigen Wälder von Besoram zu wandern. Er konnte sich vorstellen, wie gut es sich dort leben ließ. Aber ob auch seine Großmutter dort wäre? Oder sind die Menschen so verschieden von den Glauen, dass sie die Wälder nicht mögen? Ob sie Wesen sind, die sich im dicken Morast wälzen? Galu zog an der Strickleiter, die noch immer über ihm am Arm des steinernen Riesen baumelte. Sie fiel zu Boden, aber sie fiel recht merkwürdig, die einzelnen Sprossen und die Seile hatten sich im Fallen so geordnet, dass sie auf dem felsigen Untergrund ein Muster bildeten. Sie bildeten sogar ein Wort.

LINKS“ stand da.

Das war eindeutig. Galu nahm seine Strickleiter und wandte sich nach links. Er meinte nun auch, dass es natürlich eine Sumpflandschaft sein müsse, aus der man die Menschen befreien soll. Wenn sie in luftigen Wäldern lebten, so dachte er, ginge es ihnen gut und sie bräuchten ihn ja gar nicht. Und dann dachte er, dass er ja gar nicht wusste, was sein Auftrag eigentlich ist. Und er wusste auch nicht was einen-Auftrag-haben so ganz im Allgemeinen bedeuten solle.

Der Weg, dem Galu nun folgte, war sehr steil. Es war ein Glück für ihn, dass er schon immer gern in Schneeland auf den Hügeln herum gekrochen war, so dass er eigentlich keine Angst davor hatte abzurutschen. Allerdings machten ihm die harten und scharfen Felskanten sehr zu schaffen. Glaufüße sind ja fast so empfindlich wie Glaunasen. Und – oh mein guter Glau – es wurde kalt, bitterkalt...

Bei jedem Schritt wünschte sich Galu, Mozzel wäre noch bei ihm, aber von dem war weit und breit keine Spur mehr zu sehen. Weg, für immer verschwunden. Was Galu aber tröstete, war die Gewissheit, in Sebabel seine Großmutter zu finden, ein Wesen, so wie er eines war.

Impressum und Kontakt

Navigationspfad

 

Gedanken sind wie zügellose Pferde