Liedtexte

Der große Tor

Da vorn steigt Rauch, aus einer Stadt

Und siehst du auch:

Ein ganzes Land steht auf dem Schlauch.

Obgleich die Meute jetzt schon faucht,

Sitzt mit dem vollgefressenen Bauch

Einer gedrungen und gestaucht,

Im Geld so rum, und der raucht.

 

Wie kannst du den,

Bei all dem Dreck um dich nicht sehen,

Ok, du willst vorüber gehen,

Denn er ist reich und es wär schön.

Ich kann den Ekel gut verstehen!

Und lässt den Tabak um ihn wehen.

Ach, lass doch den!

 

Wer spült das aus?

Wer putzt ihm seine Adern aus?

Wer bringt den Dreck aus unsrem Haus?

Schlägt auf die Brust ihm seine Faust?

Dann hustet der die Kröten aus

Und sieht trotzdem nicht besser aus.

Spülst du den aus?

 

Sieh du dich vor!

Vielleicht bist du der größre Tor?

Es kommt dir gerad nur anders vor,

Es steigt die Hitze dem der fror,

Der Dirigent steht stumm vorm Chor

Und Weiße sehen stets den Mohr,

Sieh du dich vor!

 

Der große Tor von Kiew ringt,

Weil die Demokratie verschwimmt.

Das Lowland steigt, das Highland sinkt.

Wie schön uns der Messias singt.

Doch jeder tote Heiland stinkt.



Ein Teil der Melodie ist von Modest Mussorgski (*1839+1881) "Bilder einer Ausstellung", daraus "Das große Tor von Kiew" aus dem Jahr 1874.

Welcher Tor sich nun sehr um Kiew, ja die ganze Ukraine, mit Hilfe seiner Oligarchen sorgt, war bei Redaktionsschluss noch nicht absehbar. Geschrieben wurde dieser Text als die Ukrainer ihren Olgarchen Janukowytsch verjagt haben.

Modest Mussorgski

(Bildnachweis: Mussorgski, Modest)

(Bildnachweis: Bilder einer Ausstellung)