Galu hört zum ersten Mal von merkwürdigen Dingen
Galu konnte sich ganz gehörig wundern. Das war ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden. Er war eigentlich ein richtiges Wunderwesen. Und was er nun erlebt hatte, zählte zu dem Wunderbarsten in seinem ganzen Leben. Der kleine Splukus, der eigentlich sein Abendessen werden sollte, konnte Schlittenfahren, entgegen allen Kenntnissen war er mitten am Tag aufgetaucht, er liebte Veilchen, genau wie Galu, er konnte sprechen und er hatte absolut gar keine Angst vor Galu. Ausserdem hielt Galu diesen Splukus für ein ganz liebenswürdiges Kerlchen und er konnte gar nicht anders, als den Wirbelwind in sein Herz zu schließen.
Nachdem er ihm noch ein wenig beim Schlittenfahren zugeschaut hatte, schlug Galu den Heimweg ein. Er trottete langsam vor sich hin und fand, dass es doch komisch sei, dieses wunderbare Land so ganz für sich allein genießen zu müssen. Als er schon die Wiesen von Grünland erreicht hatte und der warme Duft der Blumen um seine Nase wehte, brauste plötzlich der Splukus auf dem Schlitten an ihm vorbei, umrundete ihn zwei drei Mal, blieb dann mit einer Vollbremsung vor seinen Beinen stehen und fragte: „Was gibt’s heute Abend zu essen?“
Galu sagte: „Beeren, Beeren, nichts als Beeren!“
Der Splukus sprang auf den Schlitten und düste über die Sommerwiese, fast als würde er schweben, auf Galus Hütte zu. Als dieser ebenfalls dort ankam, wartete der Splukus schon an der Tür und sagte: „Ich bin schon da, und ich denke, ich könnte ganz hier bleiben.“
Galu dachte gerade darüber nach, wie es denn möglich sein könne, mit einem Schlitten über die Wiesen von Grünland zu düsen. Er nahm die Worte des Splukus gar nicht richtig wahr, nickte nur kurz, öffnete die Tür und bereitete ein Beerenessen für zwei Wunderwesen vor. Er aß, auch der Splukus aß und erst als Galu seinen Teller abgeräumt hatte, blickte er den Splukus an und sagte:
„Was machst du denn hier?“
„Ich wohne hier. Man hat mich eingeladen.“ entgegnete der Splukus.
„Nanu! Aber wenn das so ist, dann musst du wohl bleiben. Es ist ja eigentlich auch Platz für zwei. Aber eigentlich bist du doch ein Splukus, nicht wahr.“
„Ja, so ist es. Und du bist ein Glau. Und furchtbar schlau. Und hinter den Ohren noch ganz blau!“
„Grün“, sagte Galu, „das heißt grün.“
„Ja das nehmen wir Spluküsse nicht so genau! Übrigens, weiß ich, dass du Galu heißt und dich nach einem Freund sehnst. Schau: hier bin ich.“
„Ja - … - ein Freund, jawohl - ... - aber woher weißt du das, und wie heißt du eigentlich?“
Innerlich durchlebte Galu ungefähr siebenunddreißig Freudensherzenssprünge während er dies sagte.
„Ach das nehmen wir Spluküsse nicht so genau, aber wenn du magst, kannst du mich Mozzel nennen oder so ähnlich.“
