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06. Dezember

Galu und Mozzel machen sich auf den Weg

 

Mozzel konnte die Gedanken Galus erahnen. „Genau“, sagte er, „wir gehen einfach entlang der Grenze. Ich versichere dir, dass wir schon irgendwo ankommen werden.“ Galu wunderte sich, warum ihm noch nie die Idee gekommen war, zwischen Grünland und Schneeland entlang zu wandern. „Das hätte ja auch den Vorteil, dass wir weder frieren noch schwitzen werden. Wir könnten also einfach losgehen.“

Naja, du solltest dir schon eine Strickleiter und ein paar Handschuhe mitnehmen. Man weiß nie, wozu man solche Dinge gebrauchen kann.“

Eine Strickleiter und Handschuhe? Wie viele? Wozu soll denn das gut sein?“

Du wirst schon sehen, du wirst schon sehen. Also lauf noch mal schnell in deine Hütte. Und überlege dir inzwischen ob du nach Besoram oder Sebabel willst!“

Ach ja!“ dachte Galu. Da waren noch diese merkwürdigen Worte. Besoram oder Sebabel, Besoram oder Sebabel. Wie sollte man das entscheiden? Es klang für Galu beides recht nichtssagend. Er hatte keine Ahnung, wohin er wollte. Sollte er nach dem Klang entscheiden, oder nach der Anzahl der Buchstaben. Wie sollte er wissen, welcher dieser Orte ihm besser gefallen würde. Mozzel stellte sich das alles so einfach vor. Und warum um alles in der Welt eine Strickleiter und Handschuhe. Wer sollte die gebrauchen, wenn sie nicht ins kalte Schneeland aufbrachen. Irgendwie hatte Galu das Gefühl, als wüsste Mozzel mehr als er zugeben wollte. Aber er nahm sich eine Strickleiter, fand drei Handschuhe, verschloss seine Hütte und kehrte zu Mozzel zurück.

Hast du dir überlegt, wohin die Reise gehen soll?“

Ach Mozzel. Ich kann doch mit beiden Namen nichts anfangen. Ist es denn so wichtig?“

Nun ja. Fürs erste soll es wohl genügen, wenn wir einfach losmarschieren, aber es kommt der Punkt, an dem du dich entscheiden musst! Und dann sollte deine Antwort klar sein!“ Beinahe klang Mozzels Stimme etwas bedrohlich. Galu schluckte, „Wann muss ich das denn wissen Mozzel?“

Na, in Greb natürlich! Du kannst aber auch Fragen stellen.“

Natürlich war das Galu überhaupt nicht klar.

Aber Mozzel und Galu wanderten los. Sie wanderten genau zwischen Schneeland und Grünland entlang nach Westen. Doch schon als sie den ersten kleinen Hügel erreicht hatten, begann Galu erneut mit seinen Fragen. „Warst du etwa schon einmal am Rand von Klimanien, Mozzel?“

Natürlich, was glaubst du, wo ich her komme? Wunderst du dich gar nicht, dass du mich hier nie zuvor gesehen hast?“

Natürlich, merkwürdig ist das schon. Was ist denn am Rand von Klimanien? Ich meine, wir bräuchten gar nicht hin, weil du es mir ja auch sagen könntest.“

Das geht natürlich überhaupt nicht.“

Wieso geht das natürlich überhaupt nicht? Bisher konntest du doch sprechen und manchmal habe ich sogar alles verstanden, was du gesagt hast.“

Weil du mir nicht glauben würdest. Darum!“

Das war ein Argument. Galu rechnete sich zu den unglaubwürdigsten Figuren ganz Klimaniens. Leicht unzufrieden stapfte er also weiter. Er wusste jetzt noch nicht, dass eine lange, lange Reise vor ihm liegen würde. Da er aber eigentlich noch recht jung war, machte er sich, wie alle seines Alters auch keine Sorgen um die Zukunft. Gemütlich wanderten er und sein höchst merkwürdiger neuer Freund in eine neue Woche.

Wir müssen nun Galu und Mozzel für einen kurzen Augenblick verlassen. Leider, weiß niemand so ganz genau, was die beiden alles auf ihrem Weg nach Greb erlebten. Nur soviel: Es war Galu absolut nicht möglich, sich zu entscheiden. Wie man ja nun weiß, wusste er mit beiden Orten nichts anzufangen. Es gab bisher auch niemanden, der ihm irgendwie dabei helfen wollte. Irgendwann würde Mozzel aber die Frage stellen, vor der Galu sich während der gesamten Wanderung fürchtete: „Wohin willst du, Galu?“

Wohin willst du, Galu? Wohin willst du, Galu? Galu schwieg.

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