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20. Dezember

Galu schläft ein und träumt

 

Galu fand, dass er mit diesem Grenzmenschen das merkwürdigste Gespräch seines Lebens geführt hatte, auch wenn er noch nicht viele Gespräche in seinem langen Leben geführt hatte. Bisher eigentlich nur mit Mozzel, dem Splukus. Und das war ja schon merkwürdig genug. Nun dachte er aber, dass es letztlich doch eine Hilfe gewesen war. Er konnte sich nun sicher sein, seine Großmutter zu finden. Er freute sich darauf sie bald leibhaftig zu sehen. Und in diesem guten Wissen ging er los, ausgestattet mit einem neuen Pass und der besten Glau-Laune, die man je erlebt hatte. „Ich bin ein Glau. Das Leben ist schau. Und morgen kenn ich meine Großmutter ganz genau,“ sagte er. Er wollte sich nun aber gar nicht mehr mit Selbstgesprächen aufhalten, sondern so schnell es ging seinen Weg zu Ende gehen.

Der ehemalige Bergpfad war inzwischen zu einer breiten Allee geworden. Rechts und links wuchsen prächtige Bäume. Galu konnte ganz am Ende der Allee das Schloss sehen. Es kann ja nicht mehr weit sein, dachte er und begann zu rennen. Doch merkwürdig – je länger er rannte, desto kleiner wurde das mächtige Gebäude vor ihm. Ich bin zu langsam, dachte Galu. Ich muss schneller werden. Doch es half nichts. Das Schloss kam nicht näher. Statt dessen nahm er wahr, wie sich während er lief Menschen um ihn scharten und ihn mit verdutzten Augen ansahen. „Lasst mich, ich muss weiter!“ rief er, doch es kamen immer mehr und starrten ihn an. Sie stellten sich ihm in den Weg, sie zogen an seinen Armen und bremsten ihn, wo sie ihn erwischen konnten. „Lasst mich!“ rief er ein zweites Mal, und das Schloss war schon kaum noch zu sehen. „Ich bin hier falsch, dachte Galu. Ich bin hier falsch. Irgendwann verschwanden die Menschen wieder und ließen Galu laufen, doch er war inzwischen zu erschöpft, die Füße sanken ihm weg, Galu ließ sich am Fuße eines Baumes nieder und fiel sofort in den tiefsten Glauschlaf, den je ein Fabelwesen erlebt hatte. Es dauerte nicht lange, bis sich ein süßer Traum seinen Weg durch den ermatteten Kopf bahnte.

Galu sah sich ausgestreckt auf einer bunten Blumenwiese liegen. Die Vögel sangen. Die Luft wehte sanft um seine Nase und alles begann sich langsam um ihn zu drehen. Er hörte Stimmen, die nach ihm riefen, Mozzel tanzte in der Ferne um einen großen alten Baum und der steinerne Riese blickte freundlich von einem Turm auf ihn nieder. Dann erschienen eine verhüllte Gestalt und ein bildhübsches Glau-Mädchen. Sie hoben ihn von der Erde auf und trugen ihn in ein großes Haus.

Jemand sprach auf ihn ein, doch konnte er den Sinn der Worte nicht verstehen. Ein grün gekleideter Mensch quatschte ständig dazwischen: „Seine Erinnerungen fallen wie Blätter zu Boden und erlöschen da.“ Dann hörte er wieder andere Stimmen, wieder blieben ihm die Worte unverständlich, weil der grün gekleidete erneut sagte: „Deine Erinnerungen fallen wie Blätter zu Boden und erlöschen da.“

Als er aufwachte,...

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Gedanken sind wie zügellose Pferde