Galu träumt noch immer
... blickte er sich um und fand sich in seiner kleinen Hütte wieder. Er rieb sich die Augen und blickte aus einem der unzähligen Fenster. Er sah die endlosen Wiesen Grünlands. „Wie denn. Habe ich das alles nur geträumt? Bin ich nicht den weiten Weg gegangen nach Greb an dem Riesen vorbei. Bin ich nicht dem Grenzmenschen begegnet? Oh je. Es fällt mir ein. Ich hätte nach rechts gehen sollen. Nach rechts. Die Strickleiter hat mir einen Streich gespielt. Ich bin wieder gelandet, von wo ich aufgebrochen war. Es ist alles misslungen.“ Galu kamen die Tränen. Er rannte hinaus auf seine Wiese und warf sich auf den Boden, um sich dem größten Glau-Leid hinzugeben, dass Klimanien je erlebt hatte. „Ich hätte es wissen müssen. Ich hätte es wissen müssen,“ sagte er sich immer wieder.
Er schloss seine Augen. Er wollte gar nicht mehr da sein, in dem Land, das er nie verlassen konnte. Er wünschte sich nach Greb zurück und wollte noch einmal von vorn beginnen und den Weg nach rechts einschlagen, nach Besoram, in die luftigen Wälder. Nur das! Und nie wieder im Grün seines Landes ersticken.
Wieder schlief er ein, und wieder wachte er auf, doch etwas hatte sich verändert.
Seine Hütte stand hinter ihm, doch er konnte nur die Fenster sehen, die wie Augen auf ihn blickten. Es brannte Licht in seinem Haus. Und hier draußen war es stockfinstere Menschennacht. Dunkle Nacht in Klimanien. Etwas hatte sich verändert. Er stürzte auf seine Hütte zu, riss die Tür auf, stolperte, wie vor achtzehn Tagen, als er mit Mozzel aufbrechen wollte.
„Ach Galu, Galu“ sagte da eine Stimme. „Und so jemand will mit mir die Welt durchwandern. Ich muss mich doch sehr wundern, Galu! – Auf diese Weise erreichen wir weder Sebabel noch Besoram.“
Verwundert blickte Galu um sich. Da standen drei Gestalten, die ihn mitleidig ansahen. Nur einen davon, Mozzel, erkannte er. Vorsichtig stand er auf. Gerade wollte er verkünden, dass er sich gehörig wundere, über den unverhofften Besuch, da schritt eine der Figuren auf ihn zu, nahm ihn in die Arme und weinte vor Glück. „Mein kleiner, kleiner, verträumter Wichtel-Galu. Endlich habe ich dich wieder. Erkennst du mich?“
Galu wusste nun, dass das seine Großmutter war und er stammelte ein kurzes „Ja!“ bevor er zum dritten und letzten Mal in einen tiefen Schlaf fiel.
Und das war auch nötig, denn am nächsten Morgen wartete ein großes Erlebnis auf ihn.
