Galu und der Weihnachtsmann
„Weihnachten!“ sagte Galu, das ist, wenn zwei richtig gute Freunde sich treffen, nicht wahr?“
„Weihnachten ist das Fest der Liebe, sagte der alte Mann in dem purpurnen Mantel. Ich bin der, der den Menschen schöne Überraschungen bereiten soll,“ begann er zu erzählen. „Ich bin der Weihnachtsmann, doch die Menschen hatten ihren Glauben an mich verloren. Nichts mehr, nichts mehr glaubten sie. Aber es ist nötig, dass sie etwas glauben. Natürlich, es ist wahr!. Ich bin nur eine Fantasiegestalt oder eine Legende. Aber gerade das Fantastische ist doch so wichtig, nicht wahr Galu?“
„Wer hat denn den Glauben der Menschen zerstört?“ wollte Galu wissen.
„Auch das sollst du erfahren. Denn du und Gila, ihr wart ja meine letzte Hoffnung. Es gab vor Generationen Menschen, die die Geschichten um den Weihnachtsmann und um alle anderen Fabelwesen durchschaut haben. Sie waren der Meinung, dass wir lediglich eine Erfindung seien, die die Menschen von ihren wahren Aufgaben abhalte. Diese Meinung verbreiteten sie überall. Und alle haben ihnen geglaubt. Wir Fabelwesen verloren alle unsere Kraft. Ich und auch du und deine Großmutter Gila. Die Menschen verloren aber mit dem Glauben zugleich alle Hoffnung. Insgeheim haben inzwischen alle bemerkt, dass irgendetwas fehlt, doch konnten sie nichts von dem rückgängig machen, was geschehen war. Dabei hätten sie lediglich über den Berg steigen müssen. Sie hätten in Klimanien das Fantastische mit eigenen Augen gesehen. Doch niemand hat den Weg gesucht.“
„Was hast du in dieser langen Zeit getan?“
„Man kannte mich nur noch als unheimliche schwarze Gestalt. Niemand nahm das Wort Weihnachtsmann noch in den Mund. Ich wurde darüber sehr traurig. Doch nie wollte ich die Hoffnung aufgeben, dass die Menschen nicht eines Tages doch den vergessenen Ort der Fantasie wiederfinden und sich an all die wunderbaren Geschichten und Legenden, erinnern würden. Nun hast du es geschafft. Du bist gesehen worden. Du hättest erleben müssen, wie sich die Menschen um dich gescharrt haben. Das war ein wichtiger Anfang!“
Galu dachte lange nach und fragte dann den Weihnachtsmann: "Ich verstehe nicht ganz was du da gerade gesagt hast. Du hast gesagt, dass ich und meine liebe Großmutter Gila von den Menschen abhängig sind?“
„So ist es. Ihr Wichtel und auch ich, wir sind vor langer, langer Zeit von ihnen erdacht worden. Sie haben uns gebraucht, weil es in ihrer Welt zu viele Dinge gab, die sie sich nicht erklären konnten. Wir haben ihrem Leben einen Zauber geben können, der sie glücklich gemacht hat. Heute gibt es keine unerklärlichen Dinge mehr in ihrer Welt. Deshalb sind sie traurig. Und nun kommen sie endlich durch euch zwei und durch mich auf die Idee, dass wir es sind, die ihnen fehlen. Sie vermissen uns.“
